Tango-Guide Berlin

Derzeit ist der Tango in Berlin erneut im coronabedingten Dornröschenschlaf. Die Tanzschulen dürfen nicht unterrichten, Tanzveranstaltungen sind nicht erlaubt. Der Tango-Guide Berlin zeigt, wie vielfältig der Tango in dieser Stadt ist, welche wunderbaren Menschen ihn mit Leben füllen und was es nach der Krise Tanzschritt für Tanzschritt wieder aufzubauen gilt.

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Der Tango-Guide Berlin gibt Anfängerinnen und Anfängern genau wie erfahrenen Tänzerinnen und Tänzern Tipps zum Tango in Berlin. Die Autorin Ulrike Wronski stellt in ihrem Stadtführer die größten Tangoschulen in Berlin, die beliebtesten Milongas und Festivals sowie Shops für Tangomode und Schuhe vor.

In Interviews erzählen 25 Tangogrößen aus Berlin ihre persönlichen Geschichten rund um den Tango. Die teils überraschenden Einblicke zeichnen ein facettenreiches Bild der Szene.

Taschenbuch mit 240 Seiten: 16,95 Euro
E-Book für 9,99 Euro (für Kindle, im ePub-Format)

Buchcover Tango-Guide Berlin

Tusch(e) fürs Cover! Das Tanzpaar auf dem Cover hat Illustratorin Simone Scardovelli getuscht. Auch der schwarze Background ist nicht am Rechner entstanden, sondern von ihr mit Pinsel auf Papier gemalt. Das Cover in seiner Gesamtheit sowie den Innenteil mit 240 Seiten hat Yvonne Thieme gestaltet.

DIE AUTORIN IM INTERVIEW

Erschienen in Ausgabe 1/2020 des Berliner Brunnen-Magazins.

„Ich will Leute für den Tango begeistern“

Berlin ist Europas Tangometropole Nummer eins. Ulrike Wronski aus dem Brunnenviertel hat einen Stadtführer geschrieben, der Tanzinteressierten den Weg durch Berlins vielfältige Tangoszene weist. Annett Alvarez sprach mit der Autorin.

Wie bist du auf die Idee für den Tango-Stadtführer gekommen?

Ich tanze seit knapp vier Jahren Tango hier in Berlin. Vor anderthalb Jahren war ich zum ersten Mal in Buenos Aires, wo der Tango herkommt, und fühlte mich ziemlich „lost“. Da hätte ich mir so einen Guide gewünscht, habe aber keinen gefunden. Und über diesen Umweg fiel mir auf, dass es für Berlin auch keinen Tango-Guide gibt, weder für Tänzer, die zu Besuch kommen, noch für Berliner, die gerade anfangen, Tango zu tanzen.

Wie groß ist denn die Tangoszene in Berlin?

Genaue Zahlen gibt es nicht, aber es werden ein paar tausend Berlinerinnen und Berliner sein, die regelmäßig auf Milongas gehen. Das sind Tanzveranstaltungen mit DJs oder Live-Musik. Es gibt sehr viele Tanzschulen in Berlin, die auch oder ausschließlich Tango anbieten. Dazu jede Menge Lehrerinnen und Lehrer ohne feste Schule. Wenn man Tango lernen möchte, kann man an jedem Tag der Woche Unterricht nehmen.

Was erwartet die Leserinnen und Leser im Buch?

Neben den größten Schulen stelle ich die regelmäßig stattfindenden Milongas und Tangofestivals vor und erkläre, wo man Schuhe und Tanzkleidung kaufen kann. Außerdem habe ich 20 Interviews mit Berliner Tangogrößen geführt, darunter bekannte Veranstalterinnen und Veranstalter, Musikerinnen und Musiker sowie DJs. Ich habe mit ihnen auch über ihren Weg zum Tango gesprochen.

Hast du dabei so etwas wie einen roten Faden gefunden?

Die meisten Interviewpartner waren schnell Feuer und Flamme für den Tango. Niemand erzählte, dass er oder sie jahrelang nur einmal die Woche zum Tanzen gegangen sei, meistens wurde der Tango schnell zur liebgewonnen „Sucht“. Mir ging es ja selbst so!

Wie lange hast du an dem Buch gearbeitet?

Ein gutes Jahr, das aber nicht Vollzeit, sondern meist neben meinen Hauptaufträgen als Texterin.

Das ist eine ganz schön lange Zeit. Was hat dich motiviert dranzubleiben?

Das Gefühl, dass ich mit dem Guide Leute für den Tango begeistern und ihnen eine ganz andere Seite von Berlin zeigen kann. Angetrieben hat mich aber auch meine eigene Neugier: Bei meiner Recherche habe ich viele Milongas besucht, die ich vorher noch nicht kannte.

Was war die für dich interessanteste Milonga?

Da gab es so einige. Der interessanteste Ort war der Tempelhofer Nachtclub Insomnia. Ohne meinen „Rechercheauftrag“ wäre ich dort nicht hingegangen. Die Gäste gehen nicht nur zum Tangotanzen in den Nachtclub, sondere auch für intimere Begegnungen. Sonst ist das Tangotanzen nicht unbedingt so leidenschaftlich und sexuell aufgeladen, wie manche vielleicht denken. Das ist bloß ein Klischee.

Was fasziniert dich denn am Tango?

Zum einen ist das Tanzen ein super Ausgleich zu meiner Schreibtischarbeit. Ich bewege mich und habe jede Menge Spaß dabei. Gleichzeitig ist Tango ein sehr komplexer Tanz und man braucht Geduld und Beharrlichkeit, um ihn zu erlernen. Irgendwann werden die Fortschritte größer und plötzlich kann man mit Menschen, die man nicht kennt, in wunderbarem Gleichklang tanzen, ohne ein Wort zu reden. Das ist wie eine eigene Sprache, die man da lernt, eine Art Geheimsprache.

Welche Tipps hast du für Leute, die Lust bekommen haben, das Tangotanzen auszuprobieren?

Legt einfach los! Fast alle Schulen bieten Schnupperstunden an. Das Nou in der Chausseestraße 102 ist vom Brunnenviertel aus die nächstgelegene Tangoschule. Man kann dort und in vielen anderen Schulen auch ohne festen Tanzpartner starten; es gibt Singlekurse, in denen die Partner alle paar Lieder gewechselt werden. Für die ersten Unterrichtsstunden braucht man nicht mal Tanzschuhe.

Vielen Dank für das Interview!